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Zehn Katzengeschichten, die das Leben schrieb

-  Überleben in einem Kanalrohr - Geschichte einer verwilderten Katze >> lesen
 
-  Zeitlebens panische Angst - dann schlagartig verschmust! Geht so etwas überhaupt? >> lesen
 
-  Milly und ihre Kinder - eine Eislinger Katzengeschichte >> lesen
 
-  Lucie - mein Kurschatten >> lesen
 
-  Wie Mizzy Einzug hielt. >> lesen
 
-  Kätzin Peterle und ihre Küken >> lesen
-  Katzenfreunde lieben auch andere Tiere >> lesen
-  Tinka >> lesen
-  Wie die Weidenkätzchen entstanden sind >> lesen
-  Trauriges Leben eines namenlosen Katers >> lesen

Haben auch Sie eine besondere Geschichte mit Katzen erlebt, die Sie hier gerne erzählen wollen?
Schreiben Sie uns >> Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Überleben in einem Kanalrohr - Geschichte einer verwilderten Katze

„Obdachlose Straßenkatzen – still und unbemerkt fristen sie ihr Dasein, ungewollt und ungesehen leben sie dort, wo sie nur der aufmerksame Betrachter sieht:
In Hinterhöfen, Brachhalden, Scheunen, Industriegebieten, Kanalrohren, etc.
 
Sie zeigen sich vor allem in den „ruhigen Randzeiten“: Nachts, früh morgens, abends und an Feiertagen.
 
Diese Katze lebt seit Jahren scheu in einem Abwasserrohr der Kanalisation, in einem Industriegebiet. Beim aufmerksamen Spazierengehen ist sie mir aufgefallen, als "graues huschendes Etwas" das immer wieder an einem Kanalrohr zu sehen war....
 
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Lesen Sie die ganze Geschichteicon FKuM Katzenleben im Kanalrohr (976.54 kB)

Zeitlebens panische Angst - dann schlagartig verschmust! Geht so etwas überhaupt?

Im Sommer 2008 wurde ich gebeten, eine erwachsene herrenlose, obdachlose, unversorgte und abgemagerte Katze in einem Gewerbegebiet zum Kastrieren einzufangen. Da diese Katze so extrem scheu und furchtsam war und schon aus mehr als 200 m Entfernung flüchtete, musste sie nach dem Kastrieren wieder am Fangplatz in die Freiheit entlassen werden. Kein Tierheim konnte sie aufnehmen. Für jedes der vier Jungen konnte ein liebevolles Zuhause gefunden werden (paarweise). Von da ab versorgte ich diese Katze zweimal täglich mit Futter und Wasser. Erst wenn ich völlig aus dem Blickfeld verschwunden war, traute sich das überängstliche Tier an die versteckt und gut getarnte wetterfeste kleine Futterstelle im Gebüsch heran. Nach über drei Jahren und nach über zweitausend (!) Fütterungen saß die Katze immer noch vor jedem Fressen so lange in ca. zehn Meter Entfernung vom Futternapf im sicheren Gebüsch, bis ich verschwunden war.
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Lesen Sie die ganze Geschichte >> icon Mäusle aus BiBi (0,75MB)
 BiBi Mäusle 01

Milly und ihre Kinder - eine Eislinger Geschichte

Es ist ein schöner Nachmittag am Samstag, 5. September 2015. 
Plötzlich, sie ist gerade dabei, im Hinterhof das Holz für den Winter zu stapeln, hört eine Frau, nennen wir sie Anni, ein ungewöhnliches Geräusch, wie ein leises Piepsen.
Sie schaut nach und findet zwei winzig kleine Kätzchen, noch blind, gerade so groß wie eine Maus, vier bis fünf Tage alt, die Nabelschnüre hängen noch an den Bäuchlein. Die Kleinen liegen auf dem blanken Asphalt.

Die Katzenmutter ist nicht zu sehen.
Anni sucht eine Pappschachtel, legt die Winzlinge hinein.

Doch was nun?
Lesen Sie die ganze Geschichte >> hier.

.....      .Milly01 2015 Eislingen
 Die ersten beiden Findlinge   Foto: M.K.

...

Lucie - mein Kurschatten.....

Ursprünglich hieß sie Schnucki.
Sie war fast vier Jahre alt und hatte ein Zuhause, in dem sie sich offenbar nicht wohlfühlte.

Lange Zeit – es sollen fast zwei Jahre gewesen sein – versuchte die dreifarbige Katze deshalb, in einer Reha-Klinik unterzukommen. Warum gerade dort? Das weiß nur sie selbst – und was suchte sie eigentlich? Ihr Glück? In der Klinik hatte sie jedenfalls erst einmal viel Pech: Sie wurde hinaus in Winterkälte gescheucht, am Schwanz aus ihren Verstecken gezogen. Manchmal gelang es ihr, in einem der vielen Therapieräume zu nächtigen, man sah dann ihre „Hinterlassenschaften“ im Gang liegen…

Als ich krankheitshalber in diese Klinik kam, war die Situation bereits gefährlich zugespitzt. Der Hausmeister hatte geäußert, er wolle die Katze weit entfernt aussetzen oder sie einfach „aus Versehen“ ins Schwimmbad schubsen.

Lucie Kurschatten 2013

Ich zögerte nicht lange, machte die Besitzerin dieser kleinen Unruhestifterin ausfindig – und erhielt tatsächlich sofort das Sorgerecht für die beharrlich Heimatlose. Schnucki gehörte nun zu mir, und diese Nachricht verbreitete ich sicherheitshalber in der gesamten Klinik. So war ich noch zwei Wochen lang bis zu meiner Entlassung als „Patientin mit Katze“ geduldet. Doch noch während meines Aufenthalts standen Veränderungen in der Klinik an, weil deren orthopädische Abteilung durch den Zuzug vieler Patienten aus einer benachbarten Klinik vergrößert werden sollte. Es herrschte große Unruhe, überall Rollatoren, Rollstühle, Gehhilfen, wackelige Menschen – und dazwischen die kleine dünne Katze: Völlig verwirrt lief sie mitten im Umzugsgewühl hierhin und dorthin… wurde jedoch ausnahmsweise nicht weggescheucht. Das Klinikpersonal wusste: Heute ist ihr großer Tag! Der Störenfried wird mitgenommen – als Kurschatten sozusagen.

Welch ein Glück für das Tier, es hätte kaum einen Tag länger bleiben können – wo es hier jetzt noch mehr gehbehinderte und kranke Menschen gab, die durch eine huschende Katze erschrecken und zu Fall kommen könnten.

Lucie Kurschatten 2013 2

So suchte ich mit meinem Kurschatten so schnell wie möglich das Weite. Der Arzt entließ mich sogar einen Tag früher als vorgesehen, um sich damit auch seiner „Problemkatze“ zu entledigen.

Sie erhielt den neuen Namen Lucie.

Lucie ist inzwischen fast zwölf Jahre alt und die treueste und anhänglichste Katze, die ich je hatte. Unsere Kurschatten-Beziehung ist zur großen Liebe geworden und wird es immer bleiben.

So kann sogar ein Tier – von den Menschen ganz zu schweigen – vom (Kur-)Schattendasein ins Sonnenland gelangen, wenn es Sternstunden gibt, in denen alles passt.
....
Diese Geschichte kommt von Bärbel Buckert mit Lucie, Affalterbach (Gruppe Marbach).
Lucie war übrigens 2007 in unserem Katzenkalender.

Wie Mizzy Einzug hielt.

Mizzys Frauchen erzählt: Ich kam von der Arbeit heim und wurde an der Haustüre von meinem Sohn Ingo kleinlaut empfangen:  - "Ma, ich muss dir was sagen..." Böses ahnend antwortete ich: "Du hast die Prüfung versiebt?" (Abi mündlich). - "Nein, ich war heute mit dem Auto in Göppingen..."  - "Du hast mein Auto geschrottet!?..."  - "Nein, lass mich doch ausreden. Ich war mit Sven in der Videothek in Göppingen am Bahnhof, und in der Hecke vor dem Auto bewegte sich eine blaue Mülltüte."
Dann öffnete Ingo seine Jacke und zwei große Katzenäuglein guckten mich neugierig an. Im Fell hingen noch Streifen vom Paketband, mit dem das Tierchen lebendig gefesselt in der verschnürten Mülltüte entsorgt worden war. Ich war total erleichtert, dass das Malheur NUR eine kleine Katze war, und meine beiden Jungs versprachen, sich um "gute Hände" für das Kätzchen zu kümmern. Solange sollte der zeckenübersäte, abgemagerte kleine Flohteppich bleiben dürfen. Ist der Topf einer Zimmerpalme ein Katzenklo? Ich sauste los und besorgte ein Katzenklo, nach eingehender Beratung auch Streu, Schaufel, Nass- und Trockenfutter, Leckerli, eine Zeckenzange.

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Wir konnten uns abends nicht satt sehen an der kleinen, rot-weißen Mieze mit den großen, runden Augen, an ihrem übermütigen Rumjagen nach Zeitungskügelchen, abwechselnd mit plötzlichem Umfallen in erschöpften Tiefschlaf.

alt
Dieses rührende Treiben machte aus mir sozusagen "über Nacht" eine Katzenliebhaberin. Schon am zweiten Tag schickte ich Stoßgebete g´en Himmel, die Jungs mögen doch bitte erfolglos in der Suche nach "guten Händen" für das Kätzchen geblieben sein: Ich wollte es doch gar nicht mehr weggeben!

(Die Jungs hatten übrigens fest damit gerechnet, dass ich dem Charme des Fellknäuels erliegen würde!)
Mizzy
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Kätzin Peterle und ihre Küken

Nein - es ist kein Fehler in der Überschrift. Wollen Sie wissen, was es damit auf sich hat?
Dann lesen Sie diese rührende Geschichte:

Die Katze hieß "Peter", obwohl sie eine Kätzin war. Das gab es früher oft, man erkannte erst spät nach der Namensgebung das Geschlecht eines Kätzchens und oft hatte man sich geirrt. So auch bei der Kätzin Peter. Peter war die "Lebensgefährtin" des alten Herrn Hopprich in Hermannstadt. Der alte Herr und seine Mieze behielten trotz Verkauf des Anwesens lebenslanges Wohnrecht im Haus. Peter, manchmal auch Peterle genannt, hatte viele kleine Kunststücke gelernt. Sie gab Pfötchen oder rollte sich auf Kommando hin und her.

Nachdem Herr Hopprich starb, lebte seine heißgeliebte Peterle weiterhin in dem Haus mit großem Garten, bekam Futter und Milch. Die wenigen Streicheleinheiten erhielt sie nun nur noch vom Uropa, der ganz oben unter dem Dach wohnte. Leider passierte öfter das Malheur, dass die Türe verschlossen war und Peter ihre Not unterm Bett verrichtete, was zu viel Geschimpfe und der unsinnigen Aussage führte, dass Katzen unsauber seien und Gestank hinterließen. Doch Peterle wurde geduldet.

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Kätzin Peterle mit ihren Küken

Regelmäßig brachte Peterle Junge zur Welt, die ihr - wie früher üblich - weggenommen wurden. Im Frühjahr 1976 hatte ein Huhn Eier ausgebrütet und die frisch geschlüpften Küken wurden von der Hausfrau in einem Korb gesammelt, um sie nach dem Schlüpfen aller Küken der Glucke zurückzugeben.
Zeitgleich hatte Peter seine eigenen kleinen Kätzchen bekommen, die dann schnell "weggeschafft" wurden.

Natürlich hatte die Katze Peter heftige Muttergefühle und suchte ihre Kinderchen. In ihrer Not stibitzte sie die Küken aus dem Korb und schleppte sie ganz vorsichtig auf den Dachboden zum Uropa. Die Menschen schimpften mächtig, weil sie glaubten, die Katze habe die Küken gefressen. Erst das laute Piepen der Küken brachte die Wahrheit ans Licht. Man ließ Katze und Küken zusammen. Peter brachte dann die Küken zum Füttern und die Kleinen gelben Federknäuel folgten ausschließlich der Katze, turnten auf ihr herum oder versteckten sich unter ihr. Die Menschen staunten ob der großen Katzenmutterliebe.

Diese wahre Geschichte hat nicht nur die Menschen damals gerührt und zum Staunen gebracht, sondern wirkt heute noch. Heute trägt ein roter Kater, der vor 2 Jahren verletzt aufgefunden wurde und jetzt ein liebes Zuhause hat, zur Erinnerung an die Katze Peter den Namen Peterle.

Katzenfreunde lieben auch andere Tiere

Ein Notruf erreicht eine Gruppenleiterin des Freundeskreises. Das Aquarium eines Mitgliedes ist defekt. Etwa 100 Zierfische müssen baldmöglichst umgesetzt werden, denn sie sind auf die Schnelle nur notfallmäßig untergebracht und versorgt. Ein neues Aquarium anzuschaffen schied aus, weil man sich aus Platzgründen verkleinern wollte.
"Haben Sie eine Idee, wie wir helfen können?" schrieb die Gruppenleiterin die Mitglieder ihrer Gruppe per Mail an.
Und bereits am folgenden Tag waren alle Zierfische und Wasserpflanzen in einem neuen Zuhause untergebracht. Die Tochter der Familie freute sich sehr, wie schnell sie doch zu einem großen Aquarium mit Bewohnern gekommen ist.

Und natürlich haben die Katzen jetzt auch etwas zum Gucken (und nur zum Gucken!).

Tinka

"Die Persermieze Tinka sucht ein neues Zuhause“, so stand es auf der Seite der Katzenvermittlungen vom „Freundeskreis Katze und Mensch“.

Mein Katzenhaushalt hatte sich kurz zuvor von drei auf eine Katze reduziert. Nur noch Kater Max lebte bei mir und das schon seit 17 Jahren. Er war noch nie allein als Katze gehalten worden und deshalb musste so schnell wie möglich wieder ein „Fellkumpel“ her.
Am 10. Dezember holte ich Katze Tinka bei ihrer Besitzerin ab und die Mieze zog bei Max und mir ein.  Die beiden Samtpfoten lernten sich kennen: Tinka – bisher Einzelkatze und Max, der nur mit Katzen zusammengelebt hat. Was wohl passieren wird? Nichts.
Die Beiden verstanden sich von Anfang an und Tinka lernte von Max, was sie bisher noch nicht wusste und kannte.

Leider währte die traute Gemeinsamkeit nicht lange, da Max an Krebs erkrankte und am 28.03.2011 eingeschläfert werden musste. Am gleichen Tag starb auch Tinkas ehemaliges Frauchen und wurde am 01.04.2011 beerdigt. Sie hatte vorher dafür gesorgt, dass Tinka ein neues Zuhause findet, und Tinka konnte dadurch Max noch kennenlernen und von ihm lernen.
Marion Spaar mit Tinka, Bietigheim-Bissingen

Katze und Mensch – eigentlich mehr als ein Freundeskreis.

 

Wie die Weidenkätzchen entstanden sind.

    weidenkätzchen
     Quelle: www.piqs.de
Als man ihre Jungen in den Fluss warf, miaute die Katzenmutter so kläglich, dass die Weiden am Ufer ihre Äste hinunterstreckten, damit sich die Kätzchen daran klammern konnten. Seit diesem Tag wachsen der Weide jedes Frühjahr Kätzchen, weich wie Katzenfell.

(Sage aus Polen)
..  

Kein Himmel wird himmlisch sein, wenn nicht meine Katzen dort sind, um mich zu begrüßen.

Schottisches Sprichwort

Trauriges Leben eines namenlosen Katers

Nein - eine Erfolgsgeschichte im erwarteten Sinn ist dies nicht, was jetzt hier geschrieben werden muss.
Ja - es muss geschrieben werden, denn es macht leider wieder deutlich, wieso so viele Tiere leiden müssen:

Weil der Mensch sich  nicht um dieses hilflose Lebewesen gekümmert hat.
Eine Joggerin findet auf einer Wiese einen völlig entkräfteten Kater, der schnellstens zu einem Tierarzt gebracht wird. Der arme Kerl war werder kastriert, tätowiert noch gechipt. Er muss schon alt sein, vermutlich älter als 15 Jahre. Obwohl er keine aktuellen Verletzungen aufwies, hatte er schon vieles erlitten. Wegen eines nicht versorgten Unterkieferbruches war der Kiefer schief zusammengewachsen. Bis auf die Reiß-Zähne ist er zahnlos und kann sich daher nicht mehr selbst ernähren. Die Muskulatur ist so stark degeneriert, dass er zum Laufen keine Kraft mehr hat. Das rechte Auge ist blind, vermutlich als Folge eines nicht behandelten Katzenschnupfens. Wie viele Schmerzen muss er ertragen haben? Ständiger Hunger und kaum Chancen, noch etwas zum Fressen zu fangen und ein von Infektionen geschwächter Organismus. Ein erbärmliches Dasein. Das Floh-Halsband muss er schon sehr lange getragen haben, denn es war wirkungslos, weil sein Fell voller Flöhe war. Aber es zeigt doch, dass er früher einmal in der Obhut eines Menschen war. Im Bauchraum wurde ein großer Tumor getastet.
Dieser Kater zeigt alle Anzeichen eines herrenlosen Streuners, um den sich niemand gekümmert hat, den sicherlich auch niemand vermisst. Wenn ihn nicht die Joggerin gefunden hätte, wäre er auf der Wiese in wenigen Tagen gestorben. Er hatte leider keine Genesungschance mehr. Das letzte, was wir ihm noch Gutes tun konnten, war - wir haben ihm das schmerz- und leidvolle Sterben auf der Wiese erspart.

Er ist ganz ruhig eingeschlafen.       
alt
Der untrügliche Gradmesser für die Herzensbildung eines Volkes
und eines Menschen ist,
wie sie die Tiere betrachten
und behandeln. (Berthold Auerbach)